Die Ortsg'schicht von Baierbrunn ab 1900

 

Inhalt

  1. Einleitung
  2. Baierbrunn ab 776
  3. Baierbrunn ab 1632
  4. Baierbrunn ab 1800
  5. Baierbrunn ab 1900
  6. Baierbrunn ab 1946
  7. Fortsetzung folgt

V

Baierbrunn ab 1900

Baierbrunn ab 1800 - zum Inhalt - Baierbrunn ab 1946

1914

Doch bald forderte der 1.Weltkrieg seine Opfer.

 

1918

Anschließend lieferten sich "Weiße" und "Spartakisten" blutige Kämpfe.

Nur der Not keinen Schwung lassen, müssen sich die Baierbrunner gedacht haben, denn trotz der Notzeiten wurde eifrig neu gegründet; gleich 3 Trachtenvereine, 1 Sportclub, ein Skiklub. Und gebaut ist worden. Sogar eine hölzerne Skisprungschanze nach dem Vorbild des berühmten Holmenkollen, auf der gleich deutsche Meisterschaften ausgetragen wurden.

 

1935

Bald darauf waren die Züge wieder leer. Arbeitslosigkeit und Armut kehrt ins Land. Durch teuflische Versprechungen schöpft man zwar Hoffnungen. Aber bald 1935, schläft das dörfliche Vereinsleben wieder ein.

 

1939

Alles wird gleich geschaltet; sogar altüberlieferte Zinnkrüge werden eingeschmolzen für eine "neue Zukunft". Sie bricht 1939 herein mit Krieg, Angst und Terror. Junge Männer, 39 von hier, verschlingt der Wahnsinn. Bomben fallen auf das Dorf. Die Sirenen gehören zum Alltag.

Die Daheimgebliebenen: Frauen, alleingelassen mit den Sorgen für ihre Familien, Männer in der Landwirtschaft oder Kriegsindustrie, die auch Betriebe in Beschlag genommen hat, kümmern sich um das Nötigste, bauen Bunker oder löschen Brände in München. Munitionszüge von der "Schokoladenfabrik" Geretsried rollen durch das Dorf.

 

1945

In den letzten Kriegstagen: In der Nacht zieht ein gespenstischer Zug vorbei. "KZ-ler" in gestreiften Anzügen zu Fuß. Sie kommen von Dachau und müssen nach Föhrenwald.

Am 30. April 1945, mit dem Einmarsch der Amerikaner, bei dem der Schulerhof von der SS in Brand geschossen wird, ist der Spuk vorbei.

Oder beginnt er erst? Volle Eisenbahnzüge kommen wieder ins Dorf. Flüchtlinge aus Ostdeutschland und dem Egerland sind zusammenzubringen. Alles rückt zusammen. 4 bis 5 Familien in einem Haus. Die Bewohner arrangieren sich, wie es so schön heißt. Die Isartalbahn ist wieder voll. Hungernde Stadterer kommen in Scharen zum Hamstern.

Neben eigenen Sorgen denkt man auch an andere. Der Dom zu München ist, wie vieles in der Stadt zerbombt. Für den Wiederaufbau wird eine Holzspende der Oberlander Bauern organisiert, der sich auch die Baierbrunner anschließen. Die letzte große Nutzfloßfahrt bringt die Bäume nach München. Mit der schwindenden Hoffnung auf die Heimkehr noch im Krieg Vermisster, keimt Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

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Text von Mane Stockinger