Die Ortsg'schicht von Baierbrunn ab 776

 

Inhalt

  1. Einleitung
  2. Baierbrunn ab 776
  3. Baierbrunn ab 1632
  4. Baierbrunn ab 1800
  5. Baierbrunn ab 1900
  6. Baierbrunn ab 1946
  7. Fortsetzung folgt

II

Baierbrunn ab 776

zur Einleitung - zum Inhalt - Baierbrunn ab 1632

776

776 wird "Paierbrunnen" erstmals urkundlich erwähnt. Es gehörte zum Herzogland Tassilo III. Atto und Anno schenkten es dem Kloster Schäftlarn. In der nächsten Aufzeichnung um 800 wird Baierbrunn als ein ausgedehnter, blühender Ort mit Freien und Hörigen beschrieben. Die Größe bezeugen auch spätere Aufschreibungen, wo von Schenkungen in Pullach, Sendling und Thalkirchen und Verleihungen von Rechten im Baierbrunner Forst bis hinein ins Tirolische berichtet wird.

 

1143

1143 übernahm Sigiboto, der den Grafen von Andechs unterstand, die Herrschaft von Baierbrunn. Auf der anderen Seite herrschten die Grafen von Wittelsbach, die dauern in Machtkämpfe mit den Andechsern verwickelt waren. Zur Grenzsicherung entstand auf den Trümmern des Römerkastells die "Veste Burg".

 

1165

Anstelle des Holzkircherl wird 1165 eine Steinkirche gebaut. Der untere Teil des heutigen Turms ist ein Rest aus dieser Zeit, ebenso der Aufgang zum Chor. Das schwere Rippengewölbe zeigt den Stil der frühen Gotik.

 

1238

Auch der Nachfolger von Sigiboto, Conrad I., litt unter den andauernden Machtkämpfen zwischen Andechs-Meraniern und den Wittelsbachern. Er schlug sich auf die Seite der Wittelsbacher und musste dafür teuer bezahlen. 1238 verwüsteten Franken die Burg, er selbst wurde vertrieben und über das Dorf Standrecht verhängt. Nach Friedensschluß erhält Conrad das Land zurück. Er und sein Bruder Otto machen dem Kloster reiche Geschenke an Höfen und Grund.

 

1265

1265 verlieh Herzog Ludwig der Strenge Warnberg, ein Gut bei Pullach, für treue Dienste den Edlen von Baierbrunn. Drei Jahre später verkauft Otto dem Münchner Sighant von Sentlinger sein Gehöft in Obersendling und Thalkirchen.

 

1322

1322 tritt der Vorletzte vom Geschlecht der Baierbrunner in Erscheinung: Conrad.

Er wird als "vürnehmster Hauptleut" von Kaiser Ludwig dem Baier beim Sieg über Friedrich den Schönen in der Schlacht von Mühldorf und Ampfing neben dem legendären Schweppermann und dem Ritter Rindsmaul erwähnt. Sein Sohn Otto hinterlässt nur eine Tochter, Beatrix, die sich mit einem Preisinger verheiratet. Deshalb finden wir im Ortswappen auch noch Teile des Wappens der Preisinger.

 

1399

Die Preisinger, wenig interessiert an Baierbrunn, verkauften 1399 diesen Besitz um 6000 Gulden an Herzog Ludwig den Gebarteten. Dabei handelte es sich um Veste, Schloss, und Dorf Baierbrunn mit Vogtei und Gericht und zahllose Güter mit Abgaben von Zehnten in 60 Dörfern, darunter in Tirol und im Brixental.

 

1421

Herzog Ludwig richtete die Burg wieder wehrhaft her und glaubte sich damit sicher vor seinen streitsüchtigen Vettern. Es half nichts. An Ostern 1421 stürmte Ruedell von München auf Geheiß von Heinrich von Landshut die Burg und zerstörte sie völlig.

Damit verschwindet Baierbrunn für viele Jahre aus der Geschichtsschreibung. Mehrmals wechselt es den Besitzer, von denen einer, Herzog Wilhelm V., die Kirche erneuern ließ.

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In diesen Holzteller wurde vom Maler Valley Pruy das Motiv der Burg um 1400 eingebrannt.

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Text von Mane Stockinger